Deutschlands nördlichste Nordseeinsel ist zugleich auch die gefragteste. Fast 7 Millionen Übernachtungen kann Sylt jedes Jahr verbuchen – bei nur 21.000 Einwohnern. Nur Rügen spielt inzwischen in einer ähnlichen Liga.
Doch Sylt war schon immer etwas besonderes, nach dem Bau des ersten Seebades in Westerland begann schnell der wirtschaftliche Aufstieg der Insel. Waren es früher tatsächlich klassische Kurgäste, die mehrere Wochen auf Sylt verbrachten, ist deren Anteil heute auf unter 10% aller Gäste zurückgegangen. Es dominieren dagegen ganz normale Urlauber, die einen Urlaub im Ferienhaus oder in einer Ferienwohnung verbringen möchten. Und nach wie vor ist Sylt beliebtes Ziel der Schönen und Reichen, was sich nicht zuletzt in der großen Zahl gehobener Restaurants zeigt. Die umfangreiche Berichterstattung der Klatschpresse trägt ebenfalls zu diesem Bild der Insel bei.
Sylt ist wie erwähnt die nördlichste deutsche Insel und gehört zu den Nordfriesischen Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins. Unmittelbar nördlich der Insel verläuft die deutsch-dänische Seegrenze. Rømø, das nur sechs Kilometer nördlich liegt, gehört so bereits zu Dänemark. Weitere Nachbarinseln sind Föhr und Amrum, das Festland ist mindestens 9 Kilometer entfernt. Wie die anderen Nordfriesischen Inseln wird auch Sylt einst mehr oder weniger mit dem Festland verbunden gewesen sein. Spätestens nach der großen Sturmflut im Jahr 1362 gilt Sylt jedoch als Insel und hat sein heutiges Aussehen entwickelt.
Bekannt ist vielen ist die charakteristische Form der Insel: die lange schmale Westseite wird flankiert von einem breiteren Mittelland, das sich in Richtung Osten, zum Festland hin erstreckt. Konsequenz dieser besonderen Form ist ein mehr als 40 Kilometer langer Sandstrand auf der gesamten dem Meer zugewandten Seite der Insel. Da sollte jeder ein passendes Plätzchen finden – egal ob mit Hund oder gänzlich ohne Badehose. Neben traditionell belebten Strandabschnitten wie dem Fun-Beach oder der Buhne 16 finden sich auch zahlreiche ruhigere Orte, an den man die Brandung und das Meer ganz ungestört genießen kann. Ein Urlaub mit Hund auf Sylt ist ebenfalls kein Problem. In allen Orten sind Strandabschnitte als Hundestrände ausgewiesen, an denen die Vierbeiner Auslauf haben.
Von großer Tradition ist auf Sylt das Nacktbaden. Erste FKK-Strände hat es bereits in den 1920er Jahren gegebenen, bevor das hüllenlose Baden im Nachkriegsdeutschland immer mehr Anhänger fand. Bis heute herrscht auf der Insel eine große Toleranz zwischen Nacktbadern und Angezogenen. Dazu tragen viele Strände bekannte Eigennamen – Sansibar und Samoa sind zwei Beispiele. 13.000 Strandkörbe warten auf der gesamten Insel darauf gemietet zu werden.
Größter und bekanntester Ort auf Sylt ist Westerland. Dazu kommen weitere Orte wie Wenningstedt, Kampen, Keitum, List und Hörnum. Westerland hat die höchsten Übernachtungszahlen zu verzeichnen und übernimmt zentrale Funktionen für die gesamte Insel. Gute Einkaufsmöglichkeiten und Angebote zum Ausgehen gibt es hier genauso wie eine lange Strandpromenade, die während des ganzen Jahres für allerlei Feste und Veranstaltungen genutzt wird.
In Westerland enden die Züge der Marschbahn, die über den Hindenburgdamm Sylt mit dem Festland verbinden. Da es keine Straßenverbindung dorthin gibt, werden Autos in Niebüll auf den SyltShuttle, einen Autozug der Deutschen Bahn, verladen. Dazu existieren durchgehende Verbindungen per Bahn von Hamburg und mit Fernzügen aus allen Teilen Deutschlands. Von den wichtigsten deutschen Flughäfen ist Sylt dazu auch per Flugzeug erreichbar. Der Flughafen Sylt liegt in der Nähe von Westerland. Eine Fährverbindung zum Festland existiert dagegen nicht. Per Fähre wird lediglich die dänische Nachbarinsel Rømø angefahren.
